von Mansteins Sinne über das RP

  • Ein leidliches Thema, doch ich möchte hier ein wenig drüber schreiben, meine Gedanken und Vorstellungen formulieren und im Idealfall andere Positionen hören.


    Kaum ein anderes Gebiet auf einem Server beschäftigt die Leute so sehr, wie das Role Play, wofür steht es, was bedeutet es und wie macht man es... Fragen über Fragen die ich nun versuche zu beantworten.


    Um die erste Frage, wofür Role Play steht zu beantworten: Role Play steht für Rollen Spiel oder sinnhaft übersetzt das Spielen in einer Rolle. Jetzt denken sich wahrscheinlich die meisten Leser: "Mensch, danke von Manstein, das hätte ich ohne deine unendliche Weisheit garnicht rausgefunden." Tja, ich helfe halt, wo ich kann. Aber mit RP ist mehr verbunden, als man im ersten Moment annehmen mag. Es bedeutet auch, dass sich jeder Spieler eine Rolle überlegen sollte und diese dann auch einhält. RP ist also nicht reden, ganz im Gegenteil, ein Bandit, der mich niederschlägt, anbrüllt und gleich drauf wieder weg ist, macht unter Umständen besseres RP, als ein Rebell, der nach lieber Lust und Laune einen LKW nach dem anderen dem Resultat der Wertschöpfungskette beraubt, seiner Ladung, und dabei mir einen signifikanten Teil seiner Lebensgeschichte mitteilt.


    Warum erzähle ich das, mir fiel vor nicht allzu langer Zeit auf, dass sich ein Kollege über die Speedbank aufregte, dass er es nicht gut fände, wenn die Leute hingehen, alles ausrauben und wieder verschwinden. Das wäre kein gutes RP und würde völlig sinnlos sein. Warum soll ein Bandit denn bitte sich auf eine Konfrontation mit der Polizei einlassen? Ein Rebell hingegen kann ein durch ein Gefecht ein top RP hinlegen.


    Ich hoffe doch jetzt jeden Glauben an meine Kompetenz in Sachen RP völlig zerstört und jegliche Klarheit erfolgreich beseitigt zu haben. Aber RP ist nunmal mehr, als nur reden, das Spielen einer Rolle macht erst den Reiz aus, den man versucht zu erleben. Schießen kann ich auf Wasteland und reden im TS. Die Kombination macht den Unterschied. Man kombiniert das Reden mit dem Schießen und schafft so Situationen, die es in sich haben und sehr aufregend sein können.


    Ein Beispiel aus der Praxis, für die Praxi:


    Ein Mann kommt an einen Grenzposten, drückt einem Kollegen via Z-Inventar einen Sprengsatz in die Hand und sagt, dass er eine Bombe habe, die explodiert, wenn er erschossen oder getazert wird. Er verlangte eine Langwaffe und noch eine Kleinigkeit.


    Eine Super Idee, warum denn nicht mal einen Terroranschlag unternehmen? Warum denn nicht mal das Böse, was in so vielen Spielern zu schlummern scheint, rauslassen und was dafür erhalten? Ein komplett neuer Ansatz zu einem Raub, zu einem schnöden Call, der nur wieder eine Schießerei provoziert und an dessem Ende wieder eine frustrierte Partei steht, die sich über die andere aufregt. Aber auf Dauer geht auch hier die Luft raus, spätestens nach dem fünften Terroranschlag hat dann der Staatsdiener keine Lust mehr auf irgendwas einzugehen, weil das die letzten Male immer das gleiche war.


    Was will ein von Manstein mit seiner langen Einleitung nun bezwecken? Es gibt eine Möglichkeit dem oben genannten Problem entgegenzuwirken, mit RP, aber einer neuen Definition. RP ist nicht mehr das Verhalten im Moment, sondern ein großen Ganzes, die Gesamtheit des individuellen Verhaltens einer Person. Das klingt zwar sehr intelligent, ist aber genauso nichts sagend. Was ich damit meine, eine Gruppe, nennen wir sie Team Whiskey, warum Whiskey? Ich mag guten Alkohol... Egal, die Gruppe kommt auf den Server, geht farmen, verdient Geld und besorgt sich Waffen. Nun stehen sie nach ein paar Tagen mit allem da, was man so zum Böse sein braucht. Sie machen aber etwas, was kaum ein anderer gemacht hat. Sie schreiben eine Vorstellung im Forum. Da stehen Eckdaten drin, Mitglieder, etc, aber es steht auch die Art der Gruppe drin und das Ziel. In unserem Fall hat sich Team Whiskey dazu entschieden, dass sie Rebellen werden möchten -der bei der Polizei spielende Spieler rollt nun schon mit den Augen-, aber Team Whiskey macht die Sache anders, sie nennen sich nicht Rebellen, um bei jeder Gelegenheit die Polizei niederzustrecken, nein, sie haben ein ZIel. Die südliche Halbinsel mit einer Brückenverbindung soll ihnen gehören, sie wollen da Zoll verlangen, eigene Gesetze etc.

    Nun richtet Team Whiskey sein Handeln auf das Ziel aus. Sie überfallen also die Asservatenkammer, damit dem Staat wichtige Mittel fehlen, sie besetzten Städte, um Autonomie zu erlangen und erpressen sich mit Geiseln verschiedenste Rechte. Alles das, was sie tun, dient diesem Ziel und ist in sich schlüssig. Dabei nehmen Sie auch in Kauf, dass sie nicht einfach jeden Farmer ausrauben, denn womöglich brauchen sie Rückhalt in der Bevölkerung, sie können es sich nicht leisten, nocht mehr Feine zu haben.


    Team Whiskey hat uns gezeigt, wie RP funktioniert, dass es nicht nur das nette Reden ist, sondern das Abstimmen von Handlungen, dabei ist das Schießen und Reden gleichermaßen gewünscht und erlaubt, denn es sorgt für Aktion und Spaß auf beiden Seiten. Ich persönlich komme wesentlich besser damit klar, bei einer Stadtbesetzung zu sterben, als bei einem Überfall. Die Idee scheint auf diesem Server sogar so neu zu sein, dass es keine Regeln dafür zu geben scheint. Was Team Whiskey auch beachtet, sie wollen die Leute nicht abficken, sie wollen, dass die Polizei zum Beispiel am Ende das Tages Spaß hatte, denn dann sind die Beamten auch bereit, viel mehr zuzulassen und zu geben. Team Whiskey erwartet auch nicht, dass man nach einer Asservatenkammer, drei Morden und zwei Geiselnahmen mit ein wenig reden straffrei aus der Polizei-HQ spazieren kann, sie wissen, dass es zu einer Strafe kommt, diese könnte sich aber auch etwas nach unten korrigieren. Sie haben also auch keine zu hohen Erwartungen an das Rollenspiel.


    Der geneigte Leser, der sich bis zu dieser Stelle durchgekämpft hat, wird sich vielleicht an den oben genannten Terroranschlag entsinnen, dieser Mann, der seine Langwaffe erhalten hat, forderte plötzlich, dass wir auch noch seinen Kumpel freilassen, obwohl ihm schon die Weste abgenommen wurde, er hat das RP und damit auch seine RP Partner überstrapaziert. Man sollte schon realistische Erwartungen stellen, vielleicht bekommt man sie auch erfüllt.


    Es war viel Text, den ich für eine besseres Verständnis zusammenfassen möchte:


    - Gruppen sollten sich eine RP-Story überlegen, die sie konsequent verfolgen. Neue Ideen sind dafür extrem hilfreich. Youtube oder lets player im Allgemeinen, können da hilfreich sein.


    - Man sollte fair bleiben. Wenn ich mich die ganze Zeit am Rande der Regeln bewege, fühlen sich die Leute ungerecht behandelt gehen logischer Weise nicht auf das RP ein.


    - keine zu hohen Erwartungen ans RP stellen, dann klappt das eher.


    - Bleibt realistisch. Wenn plötzlich die Kollegen um einen auftauchen, obwohl man das Handy weggenommen bekommen hat und vorher von einem Fahrzeug ins andere verlegt wurde, ist es ne schlechte Erklärung, wenn man plötzlich einen aus Holz gebauten, gegen EMP unempflindlichen GPS Tracker implantiert hat.



    Ich hoffe, ich konnte grobe Ideen liefern, die das Spielen interessanter machen und es den Leuten ermöglichen mehr Spaß zu haben. Ich wäre auf eure Meinung gespannt, wie seht ihr das, mit dem RP, was erwartet ihr von anderen, welche Ideen habt, ihr?


    Ich werde versuchen, diesen Beitrag weiterzuführen und gute, bzw schlechte RP-Ideen aufzuführen um dadurch das RP zu verbessern.

  • Ich möchte den Blog Zwecks Verbesserung des RPs weiter nutzen und über den gestrigen Tag berichten.


    Lage: Wir sind mit 3,14159265 mal Daumen 15 Polizisten auf dem Server. Quaida kommt auf die Idee eine Grenzposten Übernahme zu starten, sie ließen unsere Kameraden abziehen, wir haben uns ausgerüstet und ein feines Gefecht geführt. Als während des Gefechtes sich die Lage zugunsten Quaidas wendete und von der Polizei nur noch ein Team kampfbereit war, entschloss sich die Einsatzleitung unter Garry Floyd dazu, Waffenstillstandsverhandlungen aufzunehmen und dem Sterben ein Ende zu setzen, also die Beamten abzuziehen.


    So eine Schmach ( ;) ) kann die Polizei nicht auf sich sitzen lassen. Es wurde also beschlossen, dass es einen Gegenangriff mit neu formierten Kräften geben wird, um den Grenzposten wieder unter staatliche Kontrolle bringen zu können.


    Um den Besetzern ein Ultimatum setzen zu können, entschloss sich die neue Einsatzleitung unter Smirnow dazu, einen Unterhändler zu Quaida zu schicken, um ein Ultimatum zu setzen und mitzuteilen, dass die Polizei einen Gegenangriff plant, sollten sie der Forderung nicht nachkommen. Es wurde sich bewusst gegen eine bloße Nachricht entschieden, um das RP zu fördern.


    Einer der Quaida-Männer kam auf die Schnapsidee, den Unterhändler als Geisel nehmen zu wollen, was allerdings dann doch nicht stattfand.


    Beurteilung:


    Ich muss hier mein Lob an Quaida aussprechen, vorallem an Marcel Erpel, ich hoffe, den Namen richtig geschrieben zu haben., da ich nach dem ersten Gefecht zum Grenzposten fahren konnte und den Herren gratuliert habe und mich für das Gefecht bedankt habe, er hat mir das primär ermöglicht. Dies geschah außerhalb des RPs, wir haben das Gefecht kurz besprochen und die Stimmungen untereinander ausgetauscht.


    Das Lob an alle beteiligten Quaida Mitglieder muss ich aussprechen, da der Unterhändler von einem Mitglied als Geisel genommen werden sollte, als er die Nachricht des nahenden Angriffes überbrachte. Sofort intervenierten drei oder vier Mann und ermöglichten dem Unterhändler abzuziehen und zu seinen Leuten zurückzukehren.


    Damit war der Weg für ein zweites faires Gefecht geebnet.


    Folgerung:


    Gefechte gehören zu Spiel dazu, sie erfordern allerdings ein gewissen RP im Voraus und damit ist nicht der Call gemeint, sondern zum Beispiel eine Verhandlung. Der Unterhändler sollte einen gewissen Schutz genießen, man sollte ihn wieder ziehen lassen. Danach darf man wieder nach lieber Lust und Laune schießen. Beide Seiten sollten darauf achten, dass das Gefecht ausgewogen beginnt.


    Mir hat der Tag gestern sehr viel Spaß gemacht, da Quaida fair gekämpft hat, Absprachen im und außerhalb des RPs möglich waren und ein Unterhändler eingesetzt werden konnte. Dies sollte man weiter verfolgen und Unterhändler verstärkt einsetzten. Dies sollten auch andere Gangs mitnehmen.


    nochmal Lob an Quaida, ich hoffe, dass ihr für heute auch was geplant habt.


    gez, Richard von Manstein.